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Ist das schon Personenkult?

Viele Menschen suchen nach Vorbildern. Manchmal nimmt dieses Überhand und die Ideale werden zu Idolen. Aus Bewunderung wird Personenkult. Ist das auch so, wenn ein Künstler eine Person der Zeitgeschichte portraitiert? Dazu habe ich eine Skulpteurin befragt:

Katalin Giesswein aus Hamburg hat mehrere Skulpturen von Dr. Samuel Hahnemann angefertigt. Die Verehrung des  Begründers der Klassischen Homöopathie wird häufig mit Personenkult gleichgesetzt.

Wie stehen Sie dazu?

Katalin Giesswein: Der Zeitgeist bringt immer spezielle Ideen hervor. Diese werden von Menschen aufgegriffen und umgesetzt. Der Mensch wird zum Werkzeug des jeweilig Neuen, so wie der britische Alexander Graham Bell, der deutsche Johann Philipp Reis und der Ungar Tivadar Puskás das Telefon fast gleichzeitig erfanden. Dem Begründer der Klassischen Homöopathie bin ich dankbar, dass er diese Idee empfunden, verfolgt und damit eine Heilungsmöglichkeit für Mensch und Tier maßgeblich vorangebracht hat.

Hahnemann, Giesswein

Der sogenannte Turgauer ist eine Bronze für den Schreibtisch, plastiziert von Katalin Giesswein.

Mein Interesse beim Schaffen einer Skulptur ist, das Innenleben eines Menschen sichtbar zu machen: Seine Tugend, seine Charakterzüge, seine Errungenschaften zu erfassen. Auch andere können diese Eigenschaften, um sie Hahnemann rang, gebrauchen: Er hatte Durchhaltevermögen, seine Konsequenz wird gerne mit Strenge verwechselt. Er lebte gleichzeitig auch Güte. Beispielweise behandelte er die Frau eines Staatsoberhaupts, obwohl dieser ihm die Arbeit mit der Homöopathie verbot.

Ich verehre die Person und sein Ringen darum, dem Zeitgeist und seinen Ideen treu zu bleiben. Hahnemann ist der Vorreiter der klassischen Homöopathie. Güte, Konsequenz, Treue, Entwicklung, Großherzigkeit, das sind Phänomene, die der Mensch durch sein Leben als Schwingung in die Welt setzt, die  wir alle gut gebrauchen können. Auf diese Vorbilder – können die, die es wollen, gut zurückgreifen, sich daraus stärken. Das ist auch bei anderen meiner Skulpturen sichtbar und auf andere Arbeiten, wie Konfliktbegleitung übertragbar.

Welchen Sinn sehen Sie erfüllt, wenn jemand Ihre Skulpturen aufstellt?

Katalin Giesswein: Ich möchte zu der Entwicklung von Menschen beitragen, ihnen ihren Weg erleichtern. Die Energie, die Hahnemann in sich pflegte, habe ich versucht in die Bronze zu bringen. Und ich schenke sie allen, die an diesem Werk vorbei gehen. Auf diese Weise können meine Portraits Stütze sein, wenn sie dort stehen, wo Menschen gerne diese Schwingungen wieder herauslesen möchten. Ich kann mir vorstellen, dass sie an Bildungsstätten, Forschungsorten, Heilungsinstituten oder in einem Kurort stehen. Auch in oder vor einer Gemeinschaftspraxis können Sie Patienten und Heilern Vertrauen erweckend entgegenschauen.

Gibt es auch einen guten Platz für ihre kleine Plastik?

Katalin Giesswein: Na und ob, in der Plastik für den Schreibtisch habe ich zum ersten Mal alles, was mir wichtig ist, erfasst, den ganzen Kopf und die Körperhaltung sowie den scharfen Blick auf das Wesentliche. Seine Güte tauchte zum ersten Mal mit dieser Deutlichkeit im Gestaltungsprozess auf.

Die kleine Plastik ist etwas für die, die nicht so viel Raum und finanzielles Mittel haben, um eine große aufzustellen. Sie ist eine stille Erinnerung mit einem gütigen Lächeln. Jeder kann das herauslesen, was gerade im eigenen Inneren stattfindet. Schaue ich ihn mit meiner grimmigen Brille an, sehe ich seine scharfen Züge, bin ich gut drauf, lasse ich mich anlächeln. Einen Arzt inspiriert es vielleicht an das stete Bemühen um das Wohlergehen seiner Patienten. Jeder Kunstbetrachter hat die Freiheit und Eigenverantwortung in wieweit er das Gesehene in sein Leben einlädt. So kann die Plastik zum Tagesfrieden beitragen. Die wachsende Bewusstwerdung über Freiheit und Eigenanteil an der Verantwortung, die wir Menschen für unser gelungenes Leben haben, lädt mich ein, mich nach der nonverbalen nun auch zur kommunikativen Künstlerin zu entwickeln. Dies tue ich unter anderem als Facilitator, indem ich Menschen in ihrer Konfliktaustragung begleite. Das sind meine neuesten Werke – weiterhin mit Einfühlung, jedoch diesmal im gemeinsamen Tun.

Comments

Pingback from Auf der Suche nach dem wahren Gesicht | Tines Talk
Time 17. Januar 2012 at 10:07

[…] plastizieren will: Dr. Samuel Hahnemann, Vater der Klassischen Homöopathie ist der Mensch, den sie verehrt und dessen Skulptur sie erschaffen will. Wie hat er seine bedeutendsten Jahre erlebt? Was hat er […]

Comment from Anonymous
Time 28. Februar 2012 at 15:44

Hello to every one, as I am truly eager of reading this web site

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