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Foto:pixelio, Jürgen Wilpert

Foto:pixelio, Jürgen Wilpert

Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan. Gutes Sehen ist nicht nur beim Lernen, im Straßenverkehr und bei der Arbeit wichtig, sondern wir brauchen unseren Sehsinn auch für soziale Kontakte, um Mimik und Gestik zu erkennen. Aber nicht nur die Augen wirken auf diese Verarbeitung, sondern das Gehirn ist an diesen komplexen Prozessen mitbeteiligt.

Laura (10) sitzt vor dem Computer. Auf dem Bildschirm sind zwei Blumen zu erkennen. Eine große farbige und eine kleine Blume mit Zahlen. Sie trägt eine 3D-Brille und klickt wie bei einem Computerspiel auf die Zahlen der kleinen Blumen. Die Zehnjährige absolviert im Studio für Visualtraining von Optik Meyer in Bardowick ein Sehtraining, das speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Ihr wurde als Kleinkind ein Auge abgeklebt, um das schwächere Auge zu stärken. Nun hat sie Probleme, mit beiden Augen 3D-Bilder zu erzeugen. „Ich versuche immer meinen Highscore zu erhöhen“, sagt Laura. „Das motiviert Kinder und Jugendliche besonders“, bekräftigt Optikerin Birgit Meyer (44), die das Visualtraining begleitet.

Augenmuskeln trainieren

Übungen wie „die Blume“ oder „Buchstaben jagen“ gehören zum Visualtraining von Augenoptikerin Birgit Meyer. Sie arbeitet nach dem Visualtraining von der Dänin Maria Beadle. Das Optik Meyer Team stellt verschiedene Übungseinheiten für seine Kunden zusammen: „Beispielsweise hat Laura große Probleme beim Lesen: Sie vertauscht die Buchstaben und kann sich kaum auf die einzelnen Wörter konzentrieren. Das klingt erst mal nicht nach einem Augenproblem, doch die Optikerin weiß aus Erfahrung, dass bei Kindern wie Laura die Augenmuskeln nicht in der Lagetrainiert sind, und sie ihre Augen nicht genügend nach innen drehen können, um Texte konstant zu erfassen.“

Komplexe Gehirnarbeit

„Das Sehtraining kann keine Brille ersetzen, aber die Sehleistung trotzdem verbessern“, weiß die Visualtrainerin aus neun Jahren Erfahrung. Ziel des Trainings ist ein störungsfreies und ermüdungsarmes beidäugiges Sehen. Dabei werden die Augenmuskeln und das Gehirn trainiert. Denn Sehen ist ein komplexer Vorgang. Nicht nur das Auge, sondern auch das Gleichgewichtsorgan liefert Daten für die Körper- und Raumwahrnehmung. Das Auge verbindet bei der visuellen Wahrnehmung zwei Einzelbilder miteinander, so dass ein dreidimensionales Bild entsteht. Das Gehirn übernimmt dabei die Hauptarbeit. Daraus entsteht auch die Fähigkeit zu visualisieren, sich also Bilder vorzustellen oder Abläufe und Wege zu planen. Gibt es in einem dieser Bereiche Funktionsstörungen, hat die Person Schwierigkeiten bei der Blicksteuerung. Schüler klagen dann häufig über Abschreibfehler, vertauschen Buchstaben oder überspringen Zeilen.

Automatisiertes Verhalten

„Vor dem Visualtraining wird die visuelle Situation genau analysiert und daraufhin erarbeite ich einen persönlichen Trainingsplan für meine Kunden“, so die Inhaberin von Optik Meyer, „Werden dabei andere körperliche Probleme entdeckt, verweise ich auf Spezialisten.“ Die computergestützten Übungen erklärt sie ihren Kunden in der Augenschule: „Diese können sie dann selbstständig zu Hause durchführen und im vierzehntägigen Rhythmus treffen wir uns wieder, bis das gewünschte Ziel erreicht ist.“ Etwa 20 Minuten dauert das tägliche Training und nach sechs bis zehn Monaten ist gewährleistet, dass sich die neu erworbenen Fähigkeiten automatisiert haben. Durch das Gehirntraining verbessert sich die Sehleistung messbar, auch die Sinneszellen der Netzhaut werden dabei angeregt. Echte Fehlsichtigkeit kann das Training nicht korrigieren, aber für Personen mit Anstrengungsbeschwerden, Bildschirmarbeitsplatznutzer und Kinder und Jugendliche mit Lern- und Wahrnehmungsschwierigkeiten ist das Training die richtige Wahl. Sportler, die mehr brauchen als das durchschnittliche Sehen, können damit ihre Wahrnehmungsfähigkeiten steigern, um so bessere Leistungen zu erbringen. Biathleten können so präziser schießen, Tennisspieler treffen den Ball gezielter. Auch Patienten nach einem Schlaganfall oder mit Sehproblemen nach einem Unfall können mit dem Visualtraining parallel zur klinischen Behandlung Verbesserungen erreichen. Neben dem Visualtraining bietet Optik Meyer eine technisch komplexe Ausstattung und gute Beratung rund um das Thema Sehen.

Brille versus Kontaktlinsen

Liegt eine Fehlsichtigkeit vor, führt der Weg für viele Menschen zum Optiker. Der Augenarzt verweist für die genauen Messungen an den Optiker. Bei Kurz- und Weitsichtigkeit kommen Sehhilfen wie Brille oder Kontaktlinsen in Frage: „Ohne Brille gibt es bei uns aber keine Kontaktlinsen, denn nur mit Brille ist gewährleistet, dass die Ruhezeiten auch eingehalten werden.“ Das ist auch der erste Vorteil der Brille: Sie kann immer getragen werden. Für viele Menschen ist die Brille außerdem ein modisches Accessoire. „Es gibt Wechselrahmen und einige gönnen sich Farben passend zur Kleidung.“, sagt Svenja Maaß (29) von Schröder Optik aus Lüneburg.

Harte oder weiche Linsen

Die Augenoptikermeisterin ist spezialisiert auf Linsen und berät nach den persönlichen Bedürfnissen ihrer Kunden: „Höhere Dioptrienzahlen können mit harten Linsen häufig besser korrigiert werden, als mit einer Brille.“ Wer beim Sport keine Brille tragen möchte, der wechselt zu Kontaktlinsen. Für kurze Gebrauchszeiten eignen sich weiche Linsen. Ebenso stört einige Brillenträger der Wechsel von Sonnen-, Lese- und Alltagsbrille. Auch da können harte oder weiche Linsen eine Alternative sein. Für dauerhaftes Tragen eignen sich harte Linsen besser. Sie sind etwas teurer, können allerdings individuell angepasst werden und bis zu eineinhalb Jahren getragen werden, wenn Tragezeiten und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. „Wichtig ist auch, das Einsetzen und Entfernen zu üben. Anfangs gibt es häufig ein Störgefühl auf dem Auge, an das sich die Träger allerdings sehr schnell gewöhnen. „Weiche Linsen bieten von Anfang an einen hohen Sitzkomfort. Sie sind größer und daher gelangt weniger Sauerstoff an das Auge. Das Atmen des Auges ist sehr wichtig, damit es keine Linseneintrübungen gibt. Weiche Tages- oder Monatslinsen sind häufig standardisiert, aber auch weiche Linsen können nach individuellen Messwerten gefertigt werden. Für beide Linsen gilt, vor dem Ein- und Aussetzen Hände waschen und die Linsen nach dem Tragen reinigen und hygienisch aufbewahren: „Dafür müssen Reinigungszeiten eingehalten werden, damit die Linsen ausreichend desinfiziert werden. Ich empfehle Linsenträgern einen Ruhetag pro Woche einzuhalten, damit das Auge ausreichend Sauerstoff bekommt.“ Am Ruhetag ist dann die Brille zu tragen. Für viele ist eine Kombination von Brille und Linsen optimal. Wie im Brillenbereich gibt es auch Gleitsichtkontaktlinsen und Bifokal-Linsen, die Fern- und Nahsicht je nach Bedarf optimal korrigieren.  Bei Schielproblemen ist eine Brille die erste Wahl, denn das können Linsen nicht korrigieren. Ansonsten können Brille und Kontaktlinsen je nach Wünschen kombiniert werden. Wer gern modische Brillen trägt, wird sich für ein teureres Modell entscheiden und bei Sport oder anderen Anlässen auf Tages- oder Monatslinsen ausweichen. Wer die Brille nicht so kleidsam findet, investiert eher in langlebige, individuelle Kontaktlinsen und ergänzt dies mit einer einfacheren Brille. Für jeden Bedarf haben wir eine clevere Lösung parat, so die Augenoptikermeisterin.

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