Site menu:

Kategorien

Suche

Site search

Schlagwörter

www.bakker-holland.de

Abi – was nun?

Freiwilligendienst, Au Pair oder Work and Travel

Ein Jahr raus in die Welt, weg von zu Hause, andere Orte und andere Menschen sehen und dabei auf eigenen Beinen stehen. Das wünschen sich viele Jugendliche, wenn sie nach der Schule ein freiwilliges Jahr absolvieren. Mit Work and Travel oder als Au Pair kann man ebenfalls im Ausland arbeiten. Wer nicht so weit weg will, dafür endlich praktisch arbeiten möchte, der kann sich für ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr bewerben. Zwei junge Erwachsene berichten von ihren Vorbereitungen und Erfahrung in der Zeit nach der Schule.bennet schmidt

Work and Travel in Australien

Bennet Schmidt (20) aus Drennhausen:

„Ein halbes Jahr, bevor ich meine Fachhochschulreife 2016 in der Tasche hatte, kam ich auf die Idee, ins Ausland zu gehen. Ich wollte etwas Neues erleben und praktisch arbeiten. Australien sollte das Ziel sein und zwei Freunde wollten mit. Über die Seite praktikawelten.de informierten wir uns. Gemeinsam mit unseren Eltern verabredeten wir uns zu einem Gespräch im Büro von Praktikawelten. Dort wurden uns Bedingungen und Möglichkeiten genau erklärt. Das Visum musste zwei Monate vorher beantragt werden. Zur Sicherheit sollten 3000 Euro auf einem Konto hinterlegt werden. Ich beantragte den internationalen Führerschein und schloss für das Ausland Kranken- und Haftpflichtversicherungen ab. Dann wurden der Flug und ein offener Rückflug gebucht. Gespannt stiegen wir im August 2016 mit anderen Work and Travelern in den Flieger. Die erste Woche verbachten wir in einem einfachen Hotel in Sydney. Von der Agentur bekamen wir eine Einführung in landesübliche Gewohnheiten, eine Sim Karte fürs Handy, ein Bankkonto und Informationen, wie es mit den Jobportalen funktioniert. Außerdem hatten wir ein Abenteuerpaket gebucht und lernten Tierparks, Berge und Strand in der Umgebung kennen. Es waren viele kleine Jobs, die wir verrichteten: beim Umzug helfen, im Möbelhaus Regale umstellen, im Lager Waren einräumen und Orangen pflücken. Im Schnitt bezahlte man uns 22 Dollar pro Stunde. Das klingt viel, aber Wohnen ist sehr viel teurer als in Deutschland und die Lebensmittel kosten auch etwas mehr. Wir nahmen alle Arbeiten an, häufig waren es Tagesjobs, doch wenn wir gut waren, wurden wir wieder gebucht. Wenn es keine Jobs gab, lebten wir von unseren Reserven. Das waren die schwierigsten Phasen in dem Jahr. Wir kauften uns zu dritt ein gebrauchtes Auto für 4500 Dollar? und fuhren an die Ostküste, in der Hoffnung, dort auf einer Farm zu jobben. Wenn man in Australien 88 Tage in drei Monaten auf einer Farm gearbeitet hat, kann man wieder mit dem Jahresvisum einreisen. Aber das klappte nicht, wir bekamen nicht genug Jobs. Ein Todesfall in der Familie meines Freundes führte dazu, dass wir früher heimkehrten als geplant. Im März 2017 kam ich selbstbewusster und sehr viel selbstständiger zurück. Meine Englischkenntnisse hatten sich sehr verbessert. Heimweh nach Familie und Freunden hatte ich nicht, denn ich war viel zu abgelenkt von all den neuen Eindrücken. Im August 2017 begann ich dann meine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann. . Rückblickend war es eine tolle Zeit, nur die 2400 Kilometer Fahrt an die Ostküste hätten wir uns sparen können.“

bennet schmidtBennet Schmidt hat mit zwei Freunden in Australien gejobbt.

Au Pair in Neuseeland

Lisa Hübner, 22 Jahre aus Lüneburg:

„Ich wusste nicht, was ich nach dem Abi machen sollte, doch ein Jahr im Ausland, das reizte mich. Schon mit 10 Jahre wollte ich nach Neuseeland reisen, weil es dort keine giftigen Tiere gibt. Ich wünschte mir eine gesicherte Umgebung mit Kost und Logis und da ich gut mit Kindern umgehen kann, passte ein Jahr als Au Pair sehr gut. Mit 18 bewarb ich mich dann über AIFS (American Institute for Foreign Study) für die Kinderbetreuung in Neuseeland. Etwa zwei Wochen dauerte es, bis ich alle Papiere zusammen hatte. Ich brauchte Führerschein, Reisepass und musste 200 Stunden Kinderbetreuung nachweisen. Neben den gängigen Impfungen brauchte ich ein ärztliches Attest für meine Bewerbung. Dann drehte ich noch ein Video, in dem ich mich meiner zukünftigen Gastfamilie vorstellte. Anschließend lud mich die AIFS zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch in Hamburg ein. Kurz darauf wurde mein Profil freigeschaltet. Ich hatte Kontakt zu sechs Gastfamilien, bis klar war, es geht im Februar 2014 nach Auckland zu einer Familie mit 2 Kindern. Das Visum zu bekommen, war kein Problem. In der ersten Woche war noch alles komisch. Ich hatte ein wenig Heimweh, doch das verflog schnell. Die Familie war sehr nett. Zu meinen Aufgaben gehörte es, die Kleinen zum Kindergarten zu bringen und dort wieder abzuholen. Ich bereitete die Mahlzeiten zu, spielte mit ihnen am Nachmittag und brachte sie abends ins Bett. Zwischendurch hatte ich Freizeit und am Wochenende konnte ich mich mit anderen Au Pairs treffen. Ich arbeite 40 Stunden in der Woche und bekam 200 Dollar Taschengeld. Leider hatte ich etwa nach sechs Monaten einen kleinen Autounfall mit den Kindern im Fahrzeug. Es war ein Blechschaden, aber das führte zum Streit und so kam ich über meine Tante zu einer anderen Gastfamilie. Trotz vier Kindern war meine Host-Mum sehr entspannt. Sie arbeitete von zu Hause, und wir hatten eine gute Zeit. Wir verstanden uns so gut, dass ich sie im letzten Sommer nochmal besuchte und wir regelmäßig in Kontakt sind. Ein Jahr später kehrte ich nach Lüneburg sehr viel selbstbewusster zurück. Ich bin direkter geworden und kann jetzt klar meine Meinung äußern. Beruflich von Nutzen ist mein fließendes Englisch. Ich studiere jetzt Forensik in Mitweida und würde das Auslandsjahr genauso wieder machen, auch wenn es ein Wechsel in der Familie gab.“

 

Lisa Hübner lernte in Neuseeland zwei Familien als Au Pair kennen.

Freiwilliges Jahr

Beim FSJ, FöJ oder Bundesfreiwilligen Dienst sind die Teilnehmer kranken-, arbeitslosen-, pflege- und rentenversichert. Das Taschengeld ist steuerfrei. Die Jugendlichen haben weiterhin Anspruch auf Kindergeld. 24 Tage Urlaub stehen ihnen zu. Seminartage zählen als Arbeitstage. Der Freiwilligendienst dauert mindestens 6 höchstens 18 Monate. Kosten für Unterkunft und Verpflegung können übernommen werden.

Weitere Infos zu Auslandsmöglichkeiten: Via.e.V., Ijgd, , praktikawelten.de; AIFS,

(Kasten) FSJ Stellenbörsen

http://bundes-freiwilligendienst.de/stellen/bundeslaender/niedersachsen

https://www.diakonie-hamburg.de/de/freiwillig/fsj-bfd/

http://www.fsj-schleswig-holstein.de/fsj-und-bfd-stellen/

(Kasten) FÖJ Stellenbörsen

https://oeko-jahr.de/

http://www.nna.niedersachsen.de/foej/

http://www.foej-bayern.de/index.php?id=9

Write a comment